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Diesseits von Eden Künstlerische Erkundungen in drei Brandenburger Kirchgärten 18. Juni bis 28. August 2022, Pfarrgärten in Altfriedland, Saxdorf und Grüntal


Bild zur Meldung: Diesseits von Eden Künstlerische Erkundungen in drei Brandenburger Kirchgärten 18. Juni bis 28. August 2022, Pfarrgärten in Altfriedland, Saxdorf und Grüntal



Die Stiftung St. Matthäus, Kulturstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, präsentiert vom 18.06.-28.08.2022 das Artists-in-Residence-Projekt „Diesseits von Eden“. Im Rahmen des von Hannes Langbein, Direktor der Stiftung St. Matthäus, und der freien Kuratorin Keumhwa Kim kuratierten Projekts erkunden die Künstler*innen Marisa Benjamim, Adrien Missika und Anne Duk Hee Jordan drei Brandenburger Pfarrgärten, die auf diese Weise zu Freiluftateliers und künstlerischen Laboratorien für Fragen der Ökologie, Biodiversität und der Nachhaltigkeit werden. „Diesseits von Eden“ ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres „Lebenskunst – Kulturland Brandenburg 2022“.

Die drei Residenzen beginnen jeweils mit einem öffentlichen „Auftakt“, bei dem die Künstler*innen ihre Arbeit und ihre Vorhaben vorstellen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren sie in den „offenen Ateliers“, die bis zum 28. August 2022 öffentlich zugänglich sind.

Altfriedland, Märkisch-Oderland
Anne Duk Hee Jordan: Into the Wild. For the Bees

Der Pfarrgarten von Altfriedland im Oderbruch gehört zu den ältesten in Brandenburg. Er geht ursprünglich auf ein Nonnenkloster der Zisterzienser zurück. In Altfriedland wirkte auch Henriette Charlotte Gräfin von Itzenplitz, die Anfang des 19. Jahrhunderts „Musterwirtschaften“ für eine nachhaltige Landwirtschaft entwickelte. Im Dialog mit dem heutigen Bewohner des Pfarrgartens, dem pensionierten Pfarrer und Imker Friedrich Hanke, entwickelt die Künstlerin Anne Duk Hee Jordan ihr Projekt „Into the Wild. For the Bees“. Die künstlerische Tischlandschaft aus essbaren Kräutern und Duftblumen, welche die Künstlerin seit 2017 an wechselnden Orten als lokal konzipiertes und recherchiertes Projekt präsentiert, bereitet nicht den Menschen, sondern den Bienen ein duftendes Festmahl. Jordan, die sich in ihrer Kunst auch mit nicht-menschlichen Lebensformen auseinandersetzt, will mit ihrer Tischskulptur den Fokus auf eine der ältesten Bewohnerinnen der Erde, die Biene, und ihre immer prekärer werdenden Lebensbedingungen lenken.

Anne Duk Hee Jordan (*1978, Südkorea) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Weißensee Kunsthochschule Berlin und setzte ihr Studium mit einem Master in Fine Arts bei Olafur Eliasson am Institut für Raumexperimente in Berlin fort. Anne Duk Hee Jordan interessiert sich für die nicht wahrnehmbaren Phänomene des Lebens und experimentiert mit unterschiedlichen Ökosystemen.

Programm:

Auftakt: 18. Juni 2022, 15 Uhr – Einführung und Konzert für die Bienen

Offenes Atelier: 13. August 2022, 15 Uhr – Bienenvortrag und Honigverkostung

Öffnungszeiten: jederzeit zugänglich

 

 

Saxdorf, Elbe-Elster
Marisa Benjamim: Blumenstrauß aus Saxdorf

Der Saxdorfer Pfarrgarten ist ein Gartenparadies mit über 3000 Pflanzenarten, Gehölzen und Stauden aus fünf Kontinenten. Seit 1967 entwickelten Pfarrer Karl-Heinrich Zahn und der Künstler Hanspeter Bethke den Garten zu einem botanischen Gesamtkunstwerk, das je nach Jahreszeit immer wieder Neues entdecken lässt. Die portugiesische Künstlerin Marisa Benjamim beginnt ihre Residenz mit ihrer Performance „Floristaurant“, in der sie die Besucher*innen mit essbaren Skulpturen aus Pflanzen und Blumen des Pfarrgartens in den Geschmack des Gartens einführt. Im Rahmen ihrer Residenz wird sie essbare Blumen und Kräuter aus dem Pfarrgarten sowie den Gärten des Dorfes sammeln und dabei die Beziehungen des Pfarrgartens mit den Gärten des Dorfes als sozialen Orten erkunden. Die in dieser sozialen Aktion gesammelten Blumen werden mithilfe einer im Pfarrgarten aufgefundenen Druckerpresse künstlerisch bearbeitet und als kollektiver „Blumenstrauß aus Saxdorf“ während ihres „Offenen Ateliers“ (6. August) und in der anschließenden Ausstellung bis zum 28. August präsentiert.

Marisa Benjamim (*1981, Portugal) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Kunst im Kontext Master an der UDK Berlin, Bildhauerei (BA) und Visual Arts (MA) an der ESAD in Caldas da Rainha in Portugal. Mit Blumen als künstlerischem Rohstoff schafft Marisa Benjamim multisensorische Installationen, in denen sie die kulinarische Archäologie, den Geschmack, die soziale Interaktion und die Ausweitung der Kunst in öffentliche Räume erforscht.

Programm:

Auftakt: 26. Juni 2022, 15 Uhr – „Floristaurant“. Performative Einführung in den Geschmack des Gartens

Offenes Atelier/Eröffnung der Ausstellung „Blumenstraß aus Saxdorf“: 6. August 2022, 15 Uhr

Öffnungszeiten: Der Pfarrgarten ist täglich von 10-18 Uhr zu besichtigen. Die Ausstellung von Marisa Benjamim ist ab dem 6. August 2022 an den Wochenenden von 10-17 Uhr und auf Anfrage zu sehen.

Grüntal, Barnim
Adrien Missika: Beikraut Beistehen

Der weitläufige und weitgehend naturbelassene Pfarrgarten in Grüntal gehört zum HAUS Grüntal, einem ehemaligen Pfarrhaus, das seit 24 Jahren als kirchliches Besinnungs-, Bildungs- und Begegnungszentrum genutzt wird. Das HAUS und sein Garten liegen an einem Zweig des Jakobsweg von Stettin nach Berlin, und steht Menschen, die Ruhe, Entspannung und Abstand zu ihrem Alltag suchen, zur Verfügung. Der Künstler Adrien Missika wird im Rahmen seiner Residenz die Aufmerksamkeit auf das Phänomen des Unkrauts lenken: Vielfach übersehen und bekämpft will er das Unkraut mithilfe von ortsspezifischen Eingriffen und temporären Naturinstallationen als „Beikraut“ neu wahrnehmbar machen. Unkräuter lassen Muster und Pflanzeninseln im Pfarrgarten entstehen, die im Laufe der Residenz als abstrakte Naturräume transformiert werden und zum Verweilen einladen. Seine Residenz beginnt Missika am 9. Juli mit einer mobilen Ausstellung, die der Künstler mit einem zum Ausstellungsträger umgebauten Fahrrad – MOTUS (= lat. Bewegung) – nach Grüntal bringt. Die Ausstellung aus den Beständen der ifa-Galerie Berlin (Ausstellung „Eine lange Geschichte mit vielen Knoten. Fluxus in Deutschland 1962-1994“) zeigt Werke von Joseph Beuys, Dick Higgins und Takako Saito, die sich mit Fragen der Umwelt und der Nachhaltigkeit beschäftigen und einen generationsübergreifenden Dialog zwischen der Fluxus Bewegung und der Gegenwart in Gang bringen.  

Adrien Missika (*1981, Frankreich) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte bildende Kunst an der Ecole Cantonale d‘art de Lausanne (Ecal). Das Werk von Adrien Missika untersucht auf humorvolle und poetische Weise das Wechselspiel von Natur und Kultur. In seinen Installationen und Aktionen treten utopische Welten zutage.

Programm:

Auftakt: 9. Juli 2022, 15 Uhr – Adrien Missika feat. Joseph Beuys, Nicolas Uriburu, Dick Higgins & Takako Saito. MOTUS goes to „Das Haus“. Im Rahmen der Ausstellung „Spheres of Interest*“ in der ifa-Galerie Berlin aktiviert Adrien Missika Werke aus der Ausstellung „Eine lange Geschichte mit vielen Knoten. Fluxus in Deutschland 1962–1994“, die Teil des ifa-Kunstbestandes sind.

Offenes Atelier: 30. Juli 2022, 15 Uhr

Öffnungszeiten: jederzeit zugänglich

Weitere Informationen zum Projekt „Diesseits von Eden“ auf der Projekthomepage:

www.diesseitsvoneden.de (ab Juni online)

Die Stiftung St. Matthäus ist die Kulturstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Sie wurde 1999/2000 mit Sitz am Dom zu Brandenburg an der Havel gegründet und dient dem besonderen Auftrag, den Dialog der Kirche mit den Künsten zu führen und zu fördern. Das kontinuierliche Gespräch mit Künstler:innen, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Kunstgottesdienste, Kooperationen mit Museen und Galerien sowie Sonderprojekte unterschiedlichster Art verwirklichen den Stiftungszweck. Hauptwirkungsstätte der Stiftung St. Matthäus ist die St. Matthäus-Kirche im Berliner Kulturforum. Als Raum für Gegenwartskunst präsentiert sie regelmäßig Positionen zeitgenössischer Kunst sowie unterschiedlichste kulturelle Veranstaltungen.  Gleichzeitig ist sie religiöser Ort der Ruhe und Einkehr.

Keumhwa Kim ist Kuratorin und Ausstellungsmacherin. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ausgehend von transkulturellen Diskursen bringt sie Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zusammen und präsentiert transdisziplinäre Praktiken in Form von Ausstellungen, Kunst im öffentlichen Raum oder Workshops. Aktuell untersucht sie künstlerische Positionen, die sich mit dem Phänomen der Natur in Grenzräumen und ihren Erfahrungsmöglichkeiten auseinandersetzen. Der Fokus liegt dabei auf künstlerischen Strategien, die von spezifisch umweltpolitischen und gesellschaftlichen Perspektiven ausgehen, und sich der Verschiebbarkeit der Grenzen zwischen Naturbild und Kunstform befassen. Jüngste Projekte sind u. a. Terrestrial Assemblage (2021), Wir nach 1989 (2020), Das Dritte Land (seit 2019), Nature of Action (2019).

Fotomaterial:
Fotomaterial zum Herunterladen finden Sie anbei und auf unserer Homepage im Pressebereich unter https://www.stiftung-stmatthaeus.de/service/presse/ (ganz unten).

Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt und nur zur Berichterstattung über das Projekt „Diesseits von Eden. Künstlerische Erkundungen in drei Brandenburger Kirchgärten“ freigegeben. Wir bitten um vollständige Nennung der Bildnachweise.

 

 

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