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Schütze Igel vor Verletzungen durch deinen Mähroboter. Lass ihn in der Dämmerung und nachts pausieren.

Schütze Igel vor Verletzungen durch deinen Mähroboter. Lass ihn in der Dämmerung und nachts pausieren. (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Schütze Igel vor Verletzungen durch deinen Mähroboter. Lass ihn in der Dämmerung und nachts pausieren.

Warum stellen Mähroboter und elektrische Schneidwerkzeuge ein so hohes Risiko für Igel und andere Wildtiere dar?

Mähroboter – ebenso wie Rasentrimmer, Motorsensen und Freischneider – erleichtern zwar die Gartenarbeit erheblich, bergen jedoch zugleich ein beträchtliches Gefahrenpotenzial für Wildtiere. Besonders betroffen ist der Igel (Erinaceus europaeus), aber auch Amphibien und bodenbrütende Vogelarten sind gefährdet. Der Grund: Die Geräte können lebensbedrohliche Schnittverletzungen verursachen.

Moderne Mähroboter arbeiten nahezu lautlos, viele Modelle navigieren inzwischen per Kamera oder Satellit. Zweifelsohne sind sie praktisch und nehmen mühevolle Arbeit im Garten und auf Grünflächen ab. Ihre Effizienz macht sie beliebt – doch genau diese Verbreitung führt zu einem wachsenden Tierschutzproblem. Als autonom fahrende Maschinen halten sie den Rasen kurz, erkennen jedoch trotz Sensortechnik kleine Tiere oft nicht zuverlässig. Treffen sie auf ein Wildtier, kommt es häufig zu schweren oder tödlichen Verletzungen. 

Besonders kritisch ist der Einsatz in der Dämmerung oder nachts, wenn dämmerungs- und nachtaktive Tiere wie Igel unterwegs sind. Igel fliehen bei Gefahr nicht, sondern rollen sich ein und vertrauen auf ihre Stacheln. Gegen die scharfen Klingen eines Mähroboters bietet dieses Verhalten jedoch keinen Schutz. Die Geräte fahren trotz Sensortechnik über die Tiere hinweg, was zu tiefen Schnittwunden, Verstümmelungen und nicht selten zu Amputationen führt. Ähnliche Verletzungen entstehen durch handgeführte Schneidwerkzeuge wie Rasentrimmer, Freischneider oder Motorsensen. 

Viele verletzte Igel werden in Auffangstationen oder Tierarztpraxen abgegeben. Doch selbst bei schneller Hilfe sind die Verletzungen oft so gravierend, dass die Tiere eingeschläfert werden müssen. Da Igel keine Schmerzlaute äußern und sich bei Verletzungen verstecken, bleiben viele Opfer unentdeckt und sterben im Verborgenen.

Bestände der Igel nehmen ab 

Der Igel wurde von der Deutschen Wildtierstiftung zum Wildtier des Jahres 2024 gewählt. Nach Paragraf 7 Absatz 2 Nummer 13c des Bundesnaturschutzgesetzes zählt er zu den besonders geschützten Arten. Dennoch gehen seine Bestände seit Jahren zurück. In der Roten Liste der Säugetiere Deutschlands wird der Igel derzeit in der „Vorwarnliste“ geführt. Setzt sich dieser Negativtrend fort, ist zu erwarten, dass die Art künftig in die Kategorie „Gefährdet“ hochgestuft werden muss.

Die Ursachen für den Rückgang sind überwiegend vom Menschen verursacht. Neben der großen Zahl überfahrener Tiere im Straßenverkehr führen die zunehmende Versiegelung von Flächen, ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Hecken und Gehölze sowie übermäßig gepflegte Gärten und sterile Schottergärten dazu, dass der Igel immer weniger geeigneten Lebensraum findet. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Der Einsatz von Mährobotern und anderen elektrischen Mähgeräten in Gärten und Grünanlagen stellt eine wachsende Gefahr für den Igelbestand dar und trägt erheblich zu seinem Rückgang bei.

 
 

Wissenschaftliche Studien belegen die Verletzungs- und Mortalitätsgefahr für Igel durch Mähroboter und weitere Sicherheitsrisiken

Die Gefährdung von Igeln und anderen Wildtieren durch Mähroboter wird seit Jahren intensiv diskutiert. Um diese Debatte mit belastbaren Daten zu untermauern, haben verschiedene Forschungseinrichtungen, darunter das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Berlin, entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Nach Berger (2026, Leibniz-IZW) kommen diese Studien zu folgenden Ergebnissen:

  • Studie zum Vorkommen und zu Merkmalen von Schnittverletzungen bei Igeln:
    Eine Dokumentation des Leibniz-IZW zeigt, dass es trotz technischer Weiterentwicklungen und moderner Sensortechnik bei Mährobotern deutschlandweit nachweislich zu hunderten, vermutlich sogar tausenden Schnittverletzungen pro Jahr an Igeln durch elektrische Gartengeräte kommt. Die tatsächliche Zahl dürfte aufgrund einer hohen Dunkelziffer noch deutlich höher liegen.
    Die Auswertung der wissenschaftlichen Sammlung von Igeln mit Schnittverletzungen ergab für Deutschland eine Mortalitätsrate von 47 Prozent. Zudem wurden 60 Prozent der verletzten Tiere erst mindestens zwölf Stunden nach dem Unfall gefunden – ein Zeitraum, der ihre Überlebenschancen erheblich verringert.

  • Studie zur Reaktion von Igeln auf sich nähernde Mähroboter:
    In einer weiteren Studie wurde das Verhalten von 50 lebenden Igeln bei der Annäherung eines Mähroboters (bis auf einem Meter Abstand) bei Deaktivierung des Gerätes analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Tiere überwiegend mit dem Gesicht zum herannahenden Gerät orientieren, anstatt zu flüchten oder sich einzurollen. Dieses Reaktionsmuster verdeutlicht das erhöhte Risiko für frontale Verletzungen, insbesondere im sensiblen Kopf- und Nackenbereich.

  • Studie zu Auswirkungen verschiedener Mährobotermodelle auf Igel:
    Weitere Untersuchungen zeigen Unterschiede bei Sicherheits- und Verletzungsrisiken durch verschiedene Mähroboter auf. Eine Studie zur Igelerkennung und -schädigung durch Mähroboter untersuchte die Auswirkungen von 19 verschiedenen Modellen auf tote Igel und ordnete die Ergebnisse anschließend in Schadenskategorien ein. Dabei zeigte sich, dass kein einziges getestetes Gerät in der Lage war, einen Igel zu erkennen, ohne ihn zuvor zu berühren. Viele Modelle verursachten Schäden unterschiedlicher Schweregrade an den Kadavern; nur wenige blieben ohne ernsthafte Verletzungsfolgen.
    Zudem konnte nachgewiesen werden, dass bestimmte technische Ausstattungsmerkmale – etwa schwenkbare Messer, Unterfahrschutz oder Frontantrieb – die Sicherheit der Geräte erhöhen und damit einen besseren Schutz für Igel und andere Wildtiere bieten.

  • Studie zur Entwicklung eines standardisierten Mähroboter-Crashtests:
    Die Entwicklung eines standardisierten Mähroboter-Crashtests mit speziell konstruierten Igel-Dummys ermöglicht erstmals einen systematischen Vergleich verschiedener Mährobotermodelle. Die auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelten Testszenarien berücksichtigen typische Verhaltensweisen von Igeln und haben sich als zuverlässig erwiesen. Auch die eigens entwickelten Igel-Dummys haben sich in diesen Versuchsreihen als praxistauglich und aussagekräftig gezeigt.
    Damit steht nun ein Verfahren zur Verfügung, mit dem unterschiedliche Mährobotermodelle standardisiert hinsichtlich ihrer 

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  • Erkennungsleistung und Sicherheit für Igel geprüft werden können.

Landesregierung Brandenburg

Quellen

Berger (2026): Dr. Anne Berger, „Mähroboter – ein erhebliches, aber lösbares Tier- und Artenschutzproblem“, Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin, Publikation der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V., DVG-Fachgruppe Tierschutz, Lehrstuhl für Tierschutz, Ethologie, Tierhygiene und Tierhaltung, 31. Internationale DVG-Fachtagung zum Thema Tierschutz, Schwerpunkt Tierschutz geht uns alle an, 19.-21. März 2026 in München

Stiftung Warentest (4/2026, Seite 61-66): Haushalt und Garten/ Mähroboter, Drahtlos glücklich

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