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Lindendorf

Foto: M. Lubisch
Foto: K. Richter

Die Gemeinden Dolgelin, Libbenichen, Neu Mahlisch und Sachsendorf haben sich aufgrund der Vorgaben des Innenministeriums zur Kommunalreform im Land Brandenburg mit dem Gründungstag, dem 26.10.2003, zur neuen Gemeinde Lindendorf zusammengeschlossen.

 

Die Gemeinde Lindendorf besteht aus den Ortsteilen:

  • Dolgelin
  • Libbenichen
  • Neu Mahlisch und
  • Sachsendorf.

 

 

 

 

Dolgelin

Fläche: 1439,47 ha

Einwohner: 446 (Stand 31.12.2018)

 

Verkehrsanbindung:

Dolgelin wird von der Bundesstraße B 167 (Berlin - Lebus - Frankfurt/O.) durchquert. Über Lietzen, Falkenhagen, Petershagen ist die Gemeinde an die B 5 angebunden.

 

 

Dolgelin gehört zu den ältesten Höhendörfern am Rande des Oderbruches. Der Name des Ortes deutet auf einen slawischen Ursprung hin. Dolhi bzw. dolgo und len können mit lang und Flachs gedeutet werden. Slawische Bodenfunde am nordwestlichen Dorfrand belegen die Anwesenheit der Slawen in diesem Gebiet.

 

Dolgelin ist der Anlage nach ein Angerdorf, einer Siedlungsform, wie sie typisch ist für Ortsgründungen im 12./13. Jh. östlich der Elbe. Der zunehmende Verkehr bewirkte eine Anpassung der Dörfer an die Verkehrswege der damaligen Zeit. Die Dorfstraße teilt sich von West kommend u. schließt einen langgestreckten Platz, den Dorfanger, ein. Der Anger war ursprünglich Mittelpunkt des dörfischen Lebens. Neben einem grasbewachsenen Platz beherbergte der Anger die Kirche, die Schule, das Gemeindehaus und die Schmiede. Hier tagte das Dorfgericht, standen Ackergeräte, weidete das Vieh oder fand Tanz und Vergnügen statt.

 

Die aus Feldsteinen errichtete Kirche ist das älteste Zeugnis aus der Gründungszeit des Dorfes. Das Mauerwerk, die geschlossenen Spitzbogenfenster u. die einzigartigen Putzritzzeichnungen lassen die Ursprünglichkeit des Bauwerkes deutlich werden. Die Erbauer der Kirche verfügten bereits über ein hohes handwerkliches Können, das in den sorgfältig behauenen Feldsteinen deutlich wird. Die Kirche ist von der selben Art, wie andere märkische Kirchen aus der Zeit der ostelbischen Besiedlungsgeschichte des 13. Jh., die aus einem Schiff mit angeschlossenem kleineren Chor bestehen. Die Putzritzzeichnungen am Westgiebel der Kirche sind die ältesten erhaltenen bildlichen Darstellungen aus der Gründungszeit des Dorfes. Die Erbauer haben möglicherweise ihre geistlichen Herren in diesen Darstellungen verewigt. Die eine Halbfigur stellt einen Bischof dar, der als der heilige Adalbert, der Schutzpatron des Bistums Lebus gedeutet wird. Die rechte gekrönte Gestalt in fürstlicher Tracht stellt einen unbekannten Heiligen mit Buch und Palmwedel dar, vielleicht den heiligen Veit, dessen Kult die Siedler mitbrachten. Es ist auch möglich, dass es sich um Ecclesia, die Personifizierung des neuen Testaments als Siegerin über das alte Testament, handelt.

 

Die deutsche Besiedlung unserer Heimat begann im 12. Jh. und war im wesentlichen im 14. Jh. abgeschlossen. Die geistlichen und weltlichen Landesherren förderten die Besiedlung durch Landschenkungen, Steuererlass für einige Jahre oder anderweitig rechtliche Besserstellung. Die Gründung Dolgelins wird häufig in Verbindung mit dem Ritterorden der Templer gebracht, der seinen Sitz in der Komturei Lietzen hatte. Im Auftrag der Landesherren übten die Templer die Lehnträgerschaft in diesem Raum aus, die u.a. Dorfgründungen, Christianisierung, Verwaltung sowie militärischen Schutz beinhaltete.

 

Ob Dolgelin bereits im 13.Jh. zur Komturei gehörte, ist in der Literatur über den Kreis Lebus und die Mark umstritten. In der Beantwortung dieser Frage gehen die Meinungen weit auseinander. Die verschiedenen Seiten sind sich darin nicht recht sicher. Die Gründung des Dorfes ist in die Mitte des 13.Jh. einzuordnen. Die Landesherren holten Siedler aus niederdeutschen Gebieten und dem Harzland in dieses Gebiet. Mit der Anwerbung von Siedlern erweiterten sie ihren grundherrlichen Macht- u. Einflussbereich, werteten ihren Grundbesitz auf u. sicherten sich ihre künftigen Einnahmen an Steuern, Abgaben u. Diensten. Die nachweisliche Geschichte Dolgelins beginnt jedenfalls mit der ersten urkundlichen Erwähnung unter dem Johanniter-Orden, der die Nachfolge des durch päpstliche Verordnung aufgelösten Templerordens im Jahre 1318 antrat.

 

Am 25. September 1321 verkauften die Ordensritter von Lietzen eine zwischen Lietzen u. Falkenhagen gelegene Mühle an zwei Falkenhagener Brüder für 90 Mark Brandenburgischen Silbers, das für den Kauf oder den Rückkauf des Dorfes Dolgelin verwendet wurde. In der Urkunde ist der Name " Nicolaus de Dolgelin " festgehalten worden, vermutlich der Dorfschulze aus jener Zeit.

 

1860 erfolgte ein Umbau des Kirchengebäudes. 1867 stürzte eine Ecke des alten mit Feldsteinen errichteten Kirchturmes ein und beschädigte das Kirchenschiff. 1869 stürzte der Turm nach fast beendeten Wideraufbau erneut ein. Um 1870 errichtete man einen massiven aus Ziegelsteinen gebauten Kirchenturm. Dieser fiel 1945 dem Beschuss in der Schlacht um die Seelower Höhen zum Opfer. Bis 1946 fanden in der durch den 2. Weltkrieg schwer beschädigten Kirche Gottesdienste statt. Später gab man die Anweisung Dachsteine und das Gebälk der Kirche für die Errichtung von Wohnbauten und des Schulgebäudes zu verwenden. Am 25. März 1965 wurde um 15.00 Uhr der über 45 m hohe Turm gesprengt.

 

Auf dem Ostgiebel der Kirchenruine lässt sich jährlich ein Storchenpaar nieder. Die im Frühjahr 1993 erfolgte Mauerwerksanierung des Ostgiebels und der Längswände beunruhigten das Storchenpaar nicht und führten zu keiner Beeinträchtigung des Brutgeschäftes. Seit dem Herbst 2002 gibt es den Förderverein „Dorfkirche Dolgelin", der sich um Erhaltung und Wiedernutzbarmachung des denkmalgeschützten Gebäudes bemüht. Am Höhenrand zum Oderbruch beginnt das Landschaftsschutzgebiet "buntblumige Wiesensteppe", dass jährlich viele Natur- und Wanderfreunde aus nah und fern anzieht. Ein besonderes Glanzlicht in der Pflanzenwelt stellen jedoch die Adonisröschen dar, die in der Gemarkung Dolgelin an der Straße nach Sachsendorf ihre nördlichste Verbreitungsgrenze erreichen. Die Dolgeliner bekamen Ende 1997 ein neues Gemeindehaus das für viele öffentliche aber auch private Veranstaltungen genutzt wird.

 

(Textquellen: Materialien von Herr Karlheinz Gruhl und Herrn Klaus-Peter Schimmel)

 

 

Libbenichen

Fläche: 961,90 ha
Einwohner: 418 (Stand 31.12.2018)

 

 

Verkehrsanbindung:

Durch den Ort führt die B 167. Über die Anbindung nach Seelow kann man die B 1 erreichen.

 

Libbenichen heißt in der Übersetzung Lindendorf. Das Dorf wurde erstmals urkundlich mit dem damaligen Namen Genz de Lybbenken erwähnt. In der Mitte des 15. Jahrhunderts hatten die Gebrüder Bekow aus Frankfurt das Dorf Lübenkem im Besitz und verkauften es im November 1499 an das Bistum Lebus. Um das Jahr 1501 hatte das Dorf zehn Bauern, 13 Kossäten und eine Wassermühle. Der Dreißigjährige Krieg brachte den Einwohnern Not und Elend und dem Dorf Verwüstung. Auch der Siebenjährige Krieg und die Napoleonischen Kriege gingen über das Dorf. Dennoch blieb einiges erhalten, und vergrabene Silbermünzen konnten wieder hervorgeholt werden. Besonders pfiffig muss der Wirt des Dorfkruges gewesen sein, denn aus dem Jahr 1817 wird vermeldet, daß der Erbkrüger Janisch zu Libbenichen für 22000 Taler im Sternburger Kreis ein Gut gekauft hat.

 

Die Dorfkirche aus Feldstein ist im Kern mittelalterlich (13. Jahrhundert). Der an das rechteckige Langhaus anschließende Chor ist etwas eingezogen und weicht von der Hauptachse etwas nach Norden ab. Möglicherweise wurden ältere Mauerreste benutzt. Der quadratische Westturm ist im 14. Jahrhundert angebaut worden. Es besteht keine Verbindungstür zwischen Turm und Kirchenschiff. 1736 war die Kirche gründlich überholt worden. Wahrscheinlich gab es auch etwas aus der Staatskasse dazu, denn die Wetterfahne zeigt neben der Jahreszahl die Initialen "F.W." des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I.

 

An der nordöstlichen Gemarkungsgrenze befindet sich der Damm der stillgelegten Oderbruchbahn, der ein Flächendenkmal des Naturschutzes ist und an der südöstlichen Gemarkungsgrenze liegt das Naturschutzgebiet Grenzberg.

 

Die Alte Schule und der ehemalige Bullenstall wurden zu einem Dorfzentrum ausgebaut, die für vielfältige Veranstaltungen genutzt werden.

 

 

Neu Mahlisch

Fläche: 132,88 ha

Einwohner: 48 (Stand 31.12.2018)

 

Verkehrsanbindung:

Von Neu Mahlisch kann man die B167 über Dolgelin erreichen.

 

Im Rahmen der friederizianischen Kolonisation wurde 1775/76 2,5 km nordwestlich vom Dorf Alt Mahlisch die Siedlung Neu Mahlisch gegründet und mit 30 Kolonistenfamilien besetzt. Neu Mahlisch wurde im Jahr 1805 erstmals schriftlich erwähnt. 1864 bis 1931 gab es Kolonisten mit zwei ausgebauten Gehöften. Die Wirtschafts- u. Sozialstruktur wurde 1900 von 33 Wohnhäusern und 45 Hektar Gemarkungsfläche gebildet.


1939 entstanden land- u. forstwirtschaftliche Betriebe. Am 25. Februar 1945 wurde die gesamte Dorfbevölkerung evakuiert. Anfang 1945 kehrten die Einwohner in ihr Dorf zurück. 18 von 32 Wohnhäuser fanden sie zerstört vor. Viel Aufbauarbeit musste geleistet werden bis das kleine Dorf wieder bewohnbar war.

 

1952 wurde die Straßenbeleuchtung errichtet, 1953 baute man das Trinkwasserversorgungssystem aus und bohrte einen eigenen Trinkwasserbrunnen, heute ist der Ort an eine zentrale Ringwasserleitung angeschlossen. 1970 wurde die Straße von Neu Mahlisch nach Dolgelin fertiggestellt. 1971 wurde eine Busverbindung zwischen Seelow und Neu Mahlisch eingerichtet. Beständig wurde in die Infrastruktur der Gemeinde investiert, so dass es sich hier gut leben lässt und deshalb gibt es hier eine lebendige Dorfgemeinschaft und des öfteren werden gemeinsame Feste im neurekonstruierten Gemeindehaus gefeiert.

 

 

Sachsendorf

Fläche: 1465 ha
Einwohner: 424 (Stand 31.12.2018)

 

Verkehrsanbindung:

Sachsendorf liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen. Der Ort ist über die von der B167 in Dolgelin abzweigenden Verbindungsstraße zu erreichen.Über Alt Tucheband besteht eine Straßenanbindung zur B1. In östlicher Richtung kann die B112 über Rathstock erreicht werden.

 

Sachsendorf liegt südlich von Seelow im Oderbruch. Zu Sachsendorf gehört der südlich liegende Ortsteil Werder. Sachsendorf ist ein sehr altes Dorf. Die Ansiedlung wurde bereits 1365 als "Sassendorf" urkundlich erwähnt. Durch den Bau einer Zuckerfabrik um 1860 bis 1870, verbunden mit dem auf wissenschaftlicher Grundlage umgewandelten Ackerbau, erreichte der Ort einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.

 

Der Zweite Weltkrieg zerstörte das Dorf zu 90% und es kostete viel Anstrengung eine neue Infrastruktur aufzubauen. Die alten Strukturen sind nicht mehr erkennbar, da der Wiederaufbau nicht auf Grundlage der geschichtlich gewachsenen Bausubstanz erfolgte. Heute stellt sich die Gemeinde als ein schönes im Grünen liegendes, langgezogenes Straßendorf mit vielen eingeschossigen Einfamilien- u. Doppelhäusern dar. Die Kirche ist ein mittelalterlicher, rechteckiger Backsteinbau auf Feldsteinsockel mit wuchtigem, ursprünglich höherem Westquerturm und reichem Blendschmuck an Turm und Ostgiebel auch sie wurde 1945 stark zerstört. Unter freiwilligem Einsatz der Kirchgemeinde erfolgte der Wiederaufbau, hierbei wurde der Turmaufsatz geändert.

 

Alte Wohn- u. Wirtschaftsgebäude des Rittergutes sind nur noch teilweise und in umgebauter Form erkennbar. Der in das Dorf eingebundene alte Gutspark mit dem eingebetteten Teich in Verbindung mit der Seelake als Hauptvorfluter ist eine geschützte Parkanlage und für den Ort eine Kostbarkeit.